Die Seebestattung – das Meer als letzte Ruhestätte

Eine Seebestattung wird sich oft von Menschen gewünscht, die bereits im Leben einen festen Bezug und die Sehnsucht nach dem Wasser und dem Meer hatten. Eine Seebestattung kann nur durchgeführt werden, wenn der Verstorbene dies als Beisetzungswunsch schon zu Lebzeiten handschriftlich verfügt hat.

Bevor die würdevolle Bestattung auf hoher See durch eine beauftragte Reederei durchgeführt werden kann, ist eine Kremierung des Verstorbenen vorgeschrieben.

Die Aschenkapsel wird mit der speziellen Schmuckurne für die Seebestattung an die Reederei überführt. Eine solche Schmuckurne für die Seebestattung löst sich innerhalb weniger Stunden im Wasser auf.

In der Reederei wird die Schmuckurne mit der Asche des Verstorbenen befüllt und steht am Tag der Seebestattung an einem angemessen mit einem Blumenkranz geschmückten Platz im Schiffssalon unter Deck bereit.

Die Trauergesellschaft des Verstorbenen sammelt sich vor der Ausfahrt zur Seebestattung an der Anlegestelle des Schiffes. Der Kapitän begrüßt die Trauergäste nun persönlich und holt sie an Bord.

Darauffolgend legt das Schiff ab und nimmt Kurs auf die vorab festgelegte Senkstelle für die Seeurne. Die Reedereien haben feste Senkgebiete zum Durchführen einer Seebestattung. In diesen Bereichen darf keine Fischerei und kein Wassersport ausgeübt werden. So ist die Totenruhe sichergestellt und auch die Beisetzung selbst kann pietätvoll und in Würde erfolgen.

Zu Einleitung der Seebestattung spricht der Kapitän oder ein selbst gewählter Trauerredner einige feierliche Worte zur Trauergesellschaft. Im Anschluss an die Trauerrede lässt er dann die Urne langsam ins Wasser gleiten. Dort sinkt sie zum Boden. Nach dem Auflösen der Schmuckurne übernehmen der Meeresboden und das Meer die Asche des Verstorbenen für immer.

Hiernach gedenken die Trauergäste des lieben Verstorbenen und streuen Blütenblätter oder einzelne Blumen der Urne zum Geleit aufs Wasser, während die Schiffsglocke „acht Glasen“ läutet. Dieser viermalige Doppelschlag auf die Schiffsglocke steht in der traditionellen Schifffahrt für den letzten Wachwechsel des Tages und symbolisiert bei einer Seebestattung eindrucksvoll das Verlassen der Urne vom Schiff.

Das Schiff umrundet noch einmal ruhig die Senkstelle der Urne und verteilt die gestreuten Blütenblätter zu einem malerischen Blütenteppich.

Während das Schiff nach der Seebestattung in den Hafen zurückkehrt, können der Trauergesellschaft Kaffee, Kuchen, belegte Brötchen oder auch Kanapees gereicht werden.

Nach dem Verlassen des Schiffes ist es für die Trauergäste spürbar, wie beruhigend diese Art der Bestattung ist. Nach der Seebestattung wird Ihnen ein Auszug der Seekarte mit der Senkstelle der Urne übergeben.

Alle Weltmeere sind untereinander verbunden. So können die Hinterbliebenen an jedem Meer der Welt wie vor einem Grab stehen und an den geliebten Menschen denken. Die liebevollen Gedanken und Wünsche werden von den Wellen mit auf das Wasser hinausgenommen.

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